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22.10.2010

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Zum Konflikt der Bahn um „Stuttgart 21“

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Wer sich die Auseinandersetzungen zu „Stuttgart 21“ anschaut merkt sehr schnell das es hier um sehr viel mehr geht als um einen neuen Bahnhof!
Es deutet sich eine Zeitenwende an, bei dem die Bürger mehr demokratische Mitbestimmung einfordern.
Immer mehr Bürger, gleich welcher politischen Richtung fühlen sich von System-Politikern und deren Bürokraten missbraucht. Sie beginnen sich zu wehren. Das ist gut so!

So konnte in der Schweiz am 15.10. der Durchbruch im neuen St. Gotthard Eisenbahntunnel gefeiert werden. Der Bau war nur durch die effiziente Basisdemokratie der Schweizer möglich. Nur damit konnte das kleine Land wieder einmal den größten Tunnel der Welt bauen. Es sichert sich damit weiterhin auch Freiheit,Unabhängigkeit und Wohlstand.
Das wissen vor allem die Bürger im angrenzenden Deutschland, die heute leider erleben müssen, daß der Abstand zur Schweiz immer größer wird.
So hatten die Schweizer Bürger schon ab 1992 in zwei Volksabstimmungen einem neuen Bahnkonzept zugestimmt. Es sieht auch weitere große Tunnels am Löschberg und im Tessin mit vielen aufwendigen Zufahrten vor. Der Hauptgrund war aber neben einer schnellen ICE Verbindung nach Italien, den Transit LKW-Verkehr zu halbieren, um somit Bürger und Umwelt zu entlasten. Ganz anders ist es aber beim Konzept von „Stuttgart 21“.

Wie in allen Ländern sind auch bei uns Sackbahnhöfe aus der Dampflokzeit, für schnelle ICE Züge nur als Endstation geeignet. Es laufen deshalb nicht nur in Frankreich, die Strecken meist nur mit einem Abzweig, selbst an sehr großen Städten vorbei. So führt auch die ICE Linie „Köln-Frankfurt“ direkt zum neuen Durchgangsbahnhof am Flughafen Rhein-Main. Nicht anders wird es im Großraum Halle – Leipzig werden. Auch Kassel hat etwas außerhalb einen neuen Bahnhof bekommen.
So war auch nördlich von Stuttgart bei Bad Cannstatt ein ICE-Halt für die gesamte Region geplant. Es endet hier auch die ICE Neubaustrecke von Mannheim aus. Mit einem flacheren Tunnel durch die Schwäbische Alb sollten auch schwere Güterzüge von den Nordseehäfen weiter in den Großraum München durchfahren können.

Mit „Stuttgart 21“ wird alles wieder umgestellt. Ein Umweg durch die Stadt und zum Flughafen mit starken Steigungen bremst den schnellen ICE Verkehr von Köln oder Frankfurt nach München aus. Eine Entlastung im Güterverkehr ist nicht möglich und die Gesamtkosten steigen sehr stark an. Ein Scheitern von „Stuttgart 21“ wäre also kein nationales Unheil, ganz im Gegenteil: Es nutzt nur der Stuttgarter Innenstadt und dem Flughafen.

Die Bewohner im Mittelrheintal welche dem schlimmsten Bahnlärm durch Güterzüge in Europa ausgesetzt sind, wären froh, wenn wenigstens ein überwiegend eingleisiger Güterzugtunnel durch den Hunsrück oder den Taunus gebaut würde. Er kostet pro Kilometer nur den Bruchteil eines mehrgleisigen ICE Tunnels wie in Stuttgart oder in den Alpen. Er könnte täglich auch über 300 Güterzüge aus dem Rheintal nehmen, welche nach dem Ausbau der Gotthardlinie hinzukommen werden.

Hermann Josef Knichel


Quelle: http://www.npd-in-rlp.de/
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