23.08.2010
Keine Partnerschaft ohne neutrale Aufarbeitung der Geschichte möglich
Der Besuch der polnischen Delegation anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Partnerschaft zwischen den Landkreisen Bad Dürkheim und Kreuzburg (Schlesien) im heutigen Polen fand auf dem Hambacher Schloss in Neustadt an der Weinstraße statt. Der Kreistag Bad Dürkheim veranstaltete dafür einen Festakt.
In den Reden der Landrätin Fr. Röhl sowie des Prof. Dr. Seimetz wurde des Öfteren auf das Hambacher Fest von 1832 eingegangen. Auf dem damaligen Fest, an dem ca. 30.000 Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und aus zahlreichen Nationen anwesend waren - vom Studenten bis zum Abgeordneten, vom Franzosen bis zum Polen. Nach dem Scheitern des Novemberaufstandes 1830/31 waren tausende Polen über Deutschland nach Frankreich geflohen. Damals zogen die Teilnehmer vom Neustadter Marktplatz zum vier Kilometer entfernten Hambacher Schloss. Die Hauptforderungen der Teilnehmer waren Freiheit (Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit), Bürgerrechte, nationale Einheit, eine Neuordnung Europas auf der Grundlage gleichberechtigter Völker, Volkssouveränität und religiöse Toleranz. Dies sei der Ursprung der deutschen Demokratie!
Auch wir Nationalen sind für ein Europa der Vaterländer, in welchem jedoch die verschiedenen Nationen erhalten bleiben müssen! Die Forderungen der Multikulti-Fanatiker ist jedoch die Vermischung der Völker und Rassen in Europa und in der Welt. Beide Redner des heutigen Festaktes widersprachen sich in ihren Redeinhalten: Auf der einen Seite feiern sie die Demokraten von 1832, auf der anderen Seite kritisieren sie die alten und jungen Nationalisten, die sich für ein Europa der Vaterländer einsetzen.
Als Kreistagsmitglied und Vorsitzender des NPD- Kreisverbandes „Deutsche Weinstraße“ hatte ich am 12.08.2010 eine Anfragean die Landrätin Röhl zum Polenbesuch gestellt. Diese wurde für mich unbefriedigend und unvollständig beantwortet. Hier ein Auszug aus ihrem Antwortschreiben: „Eine Erfassung der Geschehnisse und Folgen für die Bevölkerung unmittelbar nach dem Kriegsende liegt uns nicht vor. Es liegt uns auch fern den Prozess der Völkerverständigung durch eine revanchistische Aufarbeitung von Geschehnissen, die Ausfluss des von Deutschen Bodens ausgegangenen Krieges waren, zu gefährden.“
Auch wir Nationalisten sind für Völkerverständigung und Partnerschaften zwischen verschiedenen Nationen. Diese funktionieren aber nur, wenn beide Partner gleichberechtigt sind und auf beiden Seiten die Geschichte objektiv aufgearbeitet wird. Aus Sicht vieler Staaten ist Deutschland alleiniger Schuldiger an den Geschehnissen in und nach dem 2.Weltkrieg. Zur Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte von Deutschland und Polen stellen wir folgendes fest:
In den Gebieten, aus denen die deutsche Bevölkerung nach 1945 vertrieben wurde, kam es unter polnischer Verwaltung zur Errichtung von 1255 Konzentrationslagern, in die verbliebene Deutsche eingeliefert wurden. Dieses ist belegt und gesichert. Einziger Verhaftungsgrund: Nationalität und Sprache Deutsch. In den Folterlagern wankten zum Skelett abgemagerte deutsche Kinder Barfuß und nur mit dünnen Fetzen bekleidet im Schnee und bettelten vergeblich um Brot bis sie zusammenbrachen. Menschen wurden in Wasserzellen gesteckt oder zu Brei geschlagen. Greise zu Tode gequält.
Warum?
Weil sie Deutsche waren. Schon nach dem 1. Weltkrieg 1918 gab es solche Lager für Deutsche und Progrome an Deutschen in den polnisch besetzten Gebieten. Über all das wird in der Öffentlichkeit geschwiegen.
Warum?
Über das Leid anderer Völker wird doch auch berichtet, siehe die Armenier. Gibt es denn zwei Klassen von Opfern? Polnisches Leid oder jüdisches Leid wird nicht weniger gelten dadurch, dass es auch deutsches Leid unschuldiger Menschen gab und diese auch laut gesagt werden darf. Eine wahrhafte Aussöhnung mit Polen und eine aufrichtige und endlich auf Dauer friedliche Partnerschaft zwischen Polen und Deutschen ist bitter notwendig. Eine echte und stabile Partnerschaft ist jedoch nur durch Ehrlichkeit zu erreichen.
Wenn Polen einmal ein Bedauern über die Verbrechen AN Deutschen ausdrücken würde, nur annähernd so wie Deutschland unablässig über die Verbrechen VON Deutschen, wäre ein großer Schritt zur deutsch- polnischen Freundschaft getan. Ein wesentlicher und eigentlich selbstverständlicher Schritt dazu muss die Verurteilung noch lebender Folterer und Vergewaltiger sein. Die Verantwortlichen für Verbrechen gegen die Menschlichkeit leben noch unter uns und die Archive zur Aufarbeitung sind geöffnet.
Freundschaft und Partnerschaft kann nur auf gegenseitiges Vertrauen, neutrale Aufarbeitung der Geschichte und auf gleicher Augenhöhe der Beteiligten dauerhaft funktionieren. Davon ist der Kreis Bad Dürkheim und der Kreis Kreuzburg (Schlesien) im heutigen Polen auch nach 10 Jahren noch weit entfernt.
Klaus Armstroff
Quelle: www.npd-deutsche-weinstrasse.de